Themen

Netzwerk

Baugruppenarbeit besteht nicht nur aus Planen und Bauen. Deshalb begleiten wir Baugemeinschaften gemeinsam mit einem Netzwerk unterschiedlicher Fachleute durch das ganze Projekt. Mit der Bildung der Gruppe erarbeiten wir die inhaltliche Projektkonzeption, übernehmen das wirtschaftliche Projektmanagement, beraten bei der Finanzierung und bei Vertragsabschlüssen. Das Netzwerk übernimmt zudem eine Treuhänderfunktion für die Zahlungsströme um die gegenseitigen Haftungsrisiken der Baufamilien zu vermeiden.

In der Realisierungsphase moderieren wir in Baugruppensitzungen alle gemeinschaftlichen Entscheidungsprozesse bis zur Fertigstellung des Projekts. An diesen Leistungsphasen sind alle Netzwerkmitglieder, also Architekten, Fachplaner, Banker und Juristen, je nach Fachgebiet mehr

oder weniger beteiligt. Um die formulierten Projektziele im gebauten und gelebten Zustand auch zu erreichen, bedarf es einer lernbereiten Baugemeinschaft und einer zentralen Leitung. Beides zusammen bildet die Basis für das Gelingen eines Projektes.

 

Gute Architektur

Gute Architektur ist immer sensibel zum Ort des Bauens und der Bauaufgabe. Das eine schafft Identität, das andere Individualität. Beides zusammen ergibt Orte, an denen man gerne lebt und Häuser, in denen man „zu Hause“ ist. Gute Architektur ist individuelle Wohn- und Lebensqualität, immer gut belichtet mit angenehm natürlichen Materialien.

Es geht um mehr als nur eine schöne Verpackung, es geht um eine gebaute Definition von Nachhaltigkeit und Ästhetik. Das ist unser Anspruch, den wir mit jeder neuen Aufgabe hinterfragen und weiterentwickeln.

 

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit als Leitbild definiert „eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeit künftiger Generationen zu gefährden ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“

Dieser Anspruch kollidiert mit der zentralen Erkenntnis unserer Zeit: Die Art, wie wir Wirtschaften und rücksichtslos Raubbau an endlichen Ressourcen betreiben, ist die Ursache unserer Systemkrisen. David Suzuki, alternativer Nobelpreisträger aus Kanada, nennt es in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 4. Dezember 2009 eine fatale Fehlbewertung, vom „Dreiklang aus Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft“ auszugehen. Er schreibt: „ ….als ob es sich dabei um einander überlappende Kreise gleicher Größe und Bedeutung handelte. Das ist natürlich purer Unsinn.

Die Realität ist, dass die Biosphäre alles ist, ein großer Kreis, innerhalb dessen es einen viel kleineren Kreis gibt, die menschliche Gesellschaft und innerhalb dieses Kreises gibt es einen nochmals kleineren, die Wirtschaft. Kein innerer Kreis kann danach streben, über den jeweils äußeren hinauszuwachsen. Indem wir uns permanent darum sorgen, wie wir die Wirtschaft in Gang halten, erkennen wir nicht, dass dies grundsätzlich zerstörerisch ist.“

Wenn man dies bedenkt, stellt sich die Kernfrage: Wie ist mit der Wahrnehmung der Welt, wie wir sie kennen, neues, nachhaltiges Wachstum mit Gerechtigkeit und Lebensqualität erreichbar?

Wir alle müssen die Bequemlichkeit hinter uns lassen und neue Lebensentwürfe ausprobieren. In unseren Baugemeinschaften sehen wir solch einen neuen Lebensentwurf, mit all den damit verbundenen Herausforderungen.

Für die Berechnung Ihres persönlichen, ökologischen Fußadrucks:

www.mein-fussabdruck.at

„Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen. Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen, wie man schneller sägen könnte, und fuhren mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen, schüttelten die Köpfe beim Sägen und sägten weiter.“ Bertolt Brecht, Exil, III

 

Energie

Die Berücksichtigung verbauter „grauer“ Energie mit bewusster Materialwahl und der Verbrauchsenergie als Gesamtbetrachtung ist für uns unverzichtbar. Man sollte dazu wissen, dass bis zum Bezug eines Gebäudes bereits so viel über dessen CO²-Verbrauch entschieden worden ist, wie das Gebäude anschließend über 40 und mehr Jahre an CO² für die Wärmeerzeugung produzieren wird – je nach eingesetzten Baumaterialien und deren CO² Bilanzen.

Eine gravierende Erkenntnis, die beim Bauen bisher fast durchgängig ignoriert wurde. Leichte, materialsparende Konstruktionen leisten einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Problems. Materialien wie Holz, Glas und Stahl, ergänzt um eine gut gedämmte Außenhülle mit hinterlüfteten Fassaden aus natürlichen lebendigen Materialien wie Holz oder Stein, ergeben dabei eine CO² Reduktion von 70 Prozent und mehr gegenüber herkömmlichen Massivbaukonstruktionen.

Die Intelligenz unserer Häuser besteht also gewissermaßen in der Abwesenheit des Materials. Für Häuser im Passivhaus – oder KfW 55-Standard wird die noch erforderliche geringe Restmenge von passiven und aktiven solaren Gewinnen mit fossilfreien Energieträgern wie zum Beispiel Geothermie oder Holz geliefert. Ziel unserer Arbeit sind Null- und Plusenergiekonzepte.

 

Finanzierung

Unsere Baugruppenprojekte sind nachhaltige Investments.

Die Finanzierung einer Baugruppenbeteiligung ist bei unseren Projekten nachhaltig. Dabei wird Kapital in ressourcenschonende, gesunde Bauweisen gelenkt, um Umwelt und Menschen zu schonen.

Unser Ziel sind gute Finanzierungen für die Baufamilien.

Unsere Baugemeinschaftsprojekte werden von unserem Netzwerk zur solidarischen Grundstücksfinanzierung und den anschließenden individuellen Endfinanzierungen pro Baufamilie fachlich qualifiziert begleitet. Mit neutraler Beratung und ohne kostentreibende Vermittlung entstehen so individuelle, bauherrenorientierte Finanzierungen, die dem tatsächlichen Bedarf der Baufamilien entsprechen.

Dabei prüfen wir bereits beim Beitritt jeder einzelnen Baufamilie die grundsätzliche Finanzierbarkeit und begleiten die Baugemeinschaft zu einer kostengünstigen, solidarisch organisierten Grundstücksfinanzierung.

Bis Baubeginn werden alle Mitglieder der Baugemeinschaft beratend begleitet, damit eine gute einzelne Endfinanzierung ohne Gruppenzwang bezüglich der sonst üblichen Globalfinanzierung bei einer Bank erreicht wird.

Unser Filmtipp zum Thema Geld: „Let’s make money – Was macht die Bank mit unserem Geld?“ von Erwin Wagenhofer